"Handmade in Florence" - Ein Besuch bei La Marzocco

Dass wir von der Qualität der Espressomaschinen von La Marzocco überzeugt sind, ist schon aufgrund der Tatsache, dass in jedem unserer Kaffeehäuser ein Modell dieses italienischen Herstellers steht, kein Geheimnis.

Anfang Oktober hatten wir das große Glück für einen ganzen Tag einen Blick hinter die Kulissen werfen zu dürfen. Die Firma hat ihren Sitz in der Toskana, im beschaulichen Scarperia, einem kleinem Ort nördlich von Florenz, wo wir sehr herzlich von Barbara Galea aufgenommen und herumgeführt wurden. Hier werden die Espressomaschinen von ca. 50 Mitarbeitern hergestellt, geprüft und vertrieben.

Gleich beim Betreten des Gebäudes im toskanischen Stil wird man von einer großen alten Röstmaschine begrüßt. An den Wänden liest man die Fimenphilosophie und sieht diverse Fotos und Skizzen, welche die Geschichte und die Entwicklungen von La Marzocco illustrieren.

Die Gründer der Firma, die Brüder Bambi, die ursprünglich Metallverarbeiter waren, stellten nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst - entsprechend dem Zeitgeist - Espressomaschinen mit vertikalen Boilern her. Da sie bald die Nachteile dieser Maschinen bemerkten, entwickelten sie ein Patent für einen horizontalen Boiler und Ende der 60er Jahre als bahnbrechende Erfindung das Dualboilersystem. Denn erst durch dieses System kann man parallel und ohne Qualitätsverlust konsistent Espresso zubereiten und Milch aufschäumen.

Konsistenz ist eines der großen Ziele von La Marzocco, was sich nicht zuletzt in einer ihrer neuesten Entwicklungen, der Strada, einer Espressomaschine mit sog. Pressure Profiling, die zusammen mit Baristi für Baristi entwickelt wurde, zeigt, sondern in der gesamten Firmenphilosophie: So wird beispielsweise die gesamte Fabrik durch hauseigene Solarzellen mit Strom versorgt. Im Werk herrscht eine angenehme und familiäre Atmosphäre. An mehreren Orten in der Fabrik stehen Strada MP Modelle, an denen sich die Mitarbeiter Kaffee zubereiten können. Für die Pausen gibt es in einen Aufenthaltsraum mit Billardtisch, Kicker, Pingpongtisch und nicht zuletzt Laufbändern, falls sich einer der Mitarbeiter mal etwas mehr verausgaben will.

Auch der Sohn einer der Brüder Bambi ist trotz hohen Alters noch stets zugegen und führte uns bereitwillig mit vielen Anekdoten und Enthusiasmus durch das hauseigene Museum, einer wundervollen Zusammenstellung historischer Modelle, die jedes Baristaherz höher schlagen lässt. Durch die Produktion führte uns Chefdesigner Roberto, der jeden einzelnen Schritt vom Zusammenbauen der Maschinen über das Prüfen bis zur Verpackung geduldig erklärte.

Zum krönenden Abschluss bekamen wir von Ingenieur Ricardo eine Einführung in das sog. Pressure Profiling und durften anschließend nach Herzenslust mit ihm an der zweiten (!) hergestellten Strada experimentieren. Ein Traum für jeden Barista!

Nach diesem wundervollen Besuch bei La Marzocco, bei dem wir viel von der Fimenphilosophie mitbekommen haben, uns von den Qualitätsstandards in der Produktion überzeugen konnten sowie viel Kaffeeenthusiasmus mitnehmen und teilen konnten, muss ich sagen, dass ich nun noch ein bisschen lieber an diesen schönen Maschinen arbeite.

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